Never give up
Dario Cologna
Kernkraftwerk Akademik Lomonossow

Da wird mir etwas sehr «kalt» ums Herz, wenn ich die Berichte zu geplanten schwimmenden Kernkraftwerken aus Russland lese. Die erste Frage ist, «Ob das wirklich sein muss?». Diese beantworte ich deutlich mit «Nein». Und wenn dann noch von Exportschlager, den die Russen bereits promoten, gesprochen wird, macht das wirklich Angst.
Greenpeace-Aktivisten Ölplattform Prirazlomnaya

Man kann sich darüber streiten, ob Aktionen wie sie Greenpeace am 19. September in der Arktik durchgeführt haben, gesellschaftlich akzeptabel sind. Wenn Politikerinnen und Politiker aus der Schweiz solche Aktionen verurteilen und sich auf diplomatische Beziehungen und schrittweise Veränderungen berufen, muss ich sagen, dass die Politik hier vesagt. Das geht einfach zu lange. Kommt dazu, dass Putin-Russland darüber wohl nur lacht.
Fawzia Koofi

Seit Jahren engagiert sich Fawzia Koofi für eine Verbesserung des Bildungsangebotes für Männer und Frauen, gegen die häusliche Gewalt und Korruption in Afghanistan. Trotz mehreren Attentaten die sie überlebt hat und dem Wissen, auf der Todesliste der Taliban zu stehen tritt sie als einzige Frau zu den Präsidentschaftswahlen an.
Alpabzug
Es ist Herbst, die Schneefallgrenze sinkt langsam und vor dem Schnee bringen die Älplerinnen und Älpler die Kühe ins Tal. Die Alpabzüge erfreuen sich grosser Beliebtheit, wie viele andere finde ich es toll, dass die Tradition mit dem Schmücken der Kühe nach wie vor gelebt wird. Weniger traditionell finde ich aber, dass praktisch die Hälfte der Begleitpersonen während der Zug durchs Dorf zieht ein Pony in der Hand halten und nahezu drei-viertel zudem noch am Rauchen sind………
Nadeschda Tolokonnikowa

Das muss uns zu denken geben, was die «Pussy Riot»-Sängerin Nadeschda Tolokonnikowa in einem russischen Straflager im Alltag erleben muss. Der Bericht setzt uns 70 Jahre zurück in die Zeit und die Berichte von Alexander Issajewitsch Solschenizyn (Archipel Gulag).
http://www.welt.de/kultur/article120352052/Nadeschdas-Martyrium-im-russischen-Straflager.html
Wer ist der Boss?
Ein Körper hatte Langeweile
da stritten sich die Körperteile
gar heftig und mit viel Geschrei,
wer wohl der Boss von ihnen sei.
Ich bin der Boss – sprach das Gehirn,
ich sitz‘ ganz hoch hinter der Stirn,
muss stets denken und euch leiten.
Ich bin der Boss, wer will’s bestreiten?
Die Beine sagten halb im Spaße,
„Gib nicht so an, du weiche Masse!
Durch uns der Mensch sich fortbewegt,
ein Mädchenbein den Mann erregt,
der Mensch wirkt doch durch uns erst groß,
ganz ohne Zweifel, wir sind der Boss!“
Die Augen funkelten und sprühten,
„Wer soll euch vor Gefahr behüten,
wenn wir nicht ständig wachsam wären?
Uns sollte man zum Boss erklären.“
Das Herz, die Nieren und die Lunge,
die Ohren, Arme und die Zunge,
ein jeder legte schlüssig dar:
„Der Boss bin ich – das ist doch klar!“
Selbst Penis strampelte keck sich bloß
und rief entschlossen: „Ich bin der Boss!“
Die Menschheit kann mich niemals missen,
denn ich bin nicht nur da zum Pissen.“
Bevor man die Debatte schloss,
da furzt das Arschloch: „Ich bin Boss!“
Hei, wie die Konkurrenten lachten
und bitterböse Späße machten.
Das Arschloch darauf sehr verdrossen
hat zielbewusst sich fest verschlossen –
es dachte konsequent bei sich:
„Die Zeit, sie arbeitet für mich.
Wenn ich mich weigere zu scheißen,
werd‘ ich die Macht schon an mich reißen.“
Schlaff wurden Penis, Arme, Beine,
die Galle produzierte Steine,
das Herz, es stockte schon bedenklich,
auch das Gehirn fühlte sich kränklich.
Das Arschloch war nicht zu erweichen,
ließ hier und da ein Fürzchen streichen.
Zum Schluss, da sahen’s alle ein:
„Der Boss kann nur das Arschloch sein!“
Und die Moral von der Geschicht:
Mit Fleiß und Arbeit schafft man’s nicht.
Um Boss zu werden hilft allein,
ein Arschloch von Format zu sein,
das mit viel Lärm und ungeniert
nichts – als nur Scheiße produziert
Glücklickes Leben
